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Version 1.0 · 29.10.2026 · Entwurf

Kriterienkatalog

Jede Anforderung, jede Schwelle und wie wir sie prüfen. Ein Label nennt immer die Katalogversion, nach der geprüft wurde.

Ein Produkt erhält die höchste Stufe, deren Kriterien es vollständig erfüllt. Die gemeinsamen Kriterien (C) gelten für jede Stufe.

Alle Stufen

C-01

Offenlegung

Produkt und Website des Anbieters nennen die NOCIP-Stufe und sagen, wo die KI-Verarbeitung stattfindet. Die Angabe ist für Nutzer vor der ersten Verwendung auffindbar (z. B. Produktseite, Einstellungen, Dokumentation).

Nachweis
Adressen (URLs) und Bildschirmfotos der Angaben.
Prüfung
  1. Angaben auf der Website und im Produkt aufrufen.
  2. Angaben mit der im Audit festgestellten Architektur vergleichen.
Bestanden, wenn
Angaben vorhanden, zutreffend und passend zur Stufe.
C-02

Modellverzeichnis

Die Dokumentation nennt jedes Modell, das für KI-Funktionen des Produkts eingesetzt wird: Name, Version, Lizenz, Herkunft und Ort der Ausführung (Kunde, Anbieter oder Dritt-KI mit Land).

Nachweis
Modellverzeichnis (Tabelle in der Selbstauskunft).
Prüfung
  1. Modellverzeichnis mit installierten Modelldateien, Konfiguration und beobachtetem Datenverkehr vergleichen.
Bestanden, wenn
Verzeichnis vollständig und stimmig.
C-03

Kein Training mit Kundendaten

Inhalte des Kunden werden weder vom Anbieter noch von Dritten zum Training oder Nachtraining von Modellen verwendet, außer der Kunde willigt ausdrücklich ein. Die Einwilligung ist standardmäßig aus. Nachtraining ausschließlich auf den Systemen des Kunden ist erlaubt.

Nachweis
Vertragsbedingungen des Anbieters und, falls eingesetzt, der Dritt-KI; Standardeinstellungen.
Prüfung
  1. Vertragsbedingungen prüfen.
  2. Standardeinstellungen im Produkt prüfen.
Bestanden, wenn
Kein Training ohne ausdrückliche Einwilligung; Einwilligung standardmäßig aus.
C-04

Keine Inhalte in Telemetrie und Protokollen

Telemetrie, Nutzungsstatistiken, Absturzberichte und entfernte Protokolle enthalten keine Dokumentinhalte, Eingaben, KI-Ergebnisse oder personenbezogenen Daten aus verarbeiteten Inhalten.

Nachweis
Beschreibung aller übermittelten Telemetrie- und Diagnosedaten.
Prüfung
  1. Testdokumente mit Prüfwerten verarbeiten.
  2. Gesamten ausgehenden Datenverkehr mitschneiden, einschließlich Absturzberichten (Absturz möglichst auslösen).
  3. Mitschnitt nach Prüfwerten durchsuchen.
Bestanden, wenn
Kein Prüfwert außerhalb der für die Stufe zulässigen Übermittlungen.
C-05

Änderungsmeldung

Der Anbieter meldet Änderungen der KI-Architektur (neues Modell oder neuer Modellanbieter, neuer Verarbeitungsort, neue externe Verbindung, geänderte Weiche oder Pseudonymisierung) innerhalb von 30 Tagen an NOCIP. Eine Änderung, die zu einer niedrigeren Stufe führt, wird vor ihrer Einführung gemeldet.

Nachweis
Unterzeichnete Label-Vereinbarung.
Prüfung
  1. Label-Vereinbarung prüfen.
  2. Bei Stichproben und Verlängerung: Architektur mit dem letzten Prüfbericht vergleichen.
Bestanden, wenn
Vereinbarung unterzeichnet; keine ungemeldeten Änderungen.
C-06

Verbindungsliste

Der Anbieter nennt jede ausgehende Netzwerkverbindung des Produkts (Ziel, Zweck, übertragene Daten). Bei der Verarbeitung der Testdokumente entstehen keine Verbindungen außerhalb dieser Liste.

Nachweis
Verbindungsliste (Tabelle in der Selbstauskunft).
Prüfung
  1. Produkt hinter dem Prüf-Proxy und mit Paketmitschnitt betreiben.
  2. Testkorpus verarbeiten.
  3. Beobachtete Verbindungen und DNS-Anfragen mit der Liste vergleichen.
Bestanden, wenn
Keine Verbindung, die nicht auf der Liste steht.
C-07

Auftragsverarbeitung

Verarbeitet der Anbieter Daten des Kunden (z. B. SaaS, Fernwartung), bietet er einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO an, der alle Unterauftragsverarbeiter mit Zugang zu KI-Eingaben oder -Ergebnissen nennt. Gilt nicht, wenn der Anbieter keine Kundendaten erhält.

Nachweis
Vertragsmuster zur Auftragsverarbeitung, Liste der Unterauftragsverarbeiter.
Prüfung
  1. Vertrag und Liste prüfen.
  2. Liste mit Modellverzeichnis und Verbindungsliste vergleichen.
Bestanden, wenn
Vertrag vorhanden; Liste vollständig. Oder: Anbieter erhält keine Kundendaten.
C-08

Vom Nutzer ausgelöste Meldungen

Sendet das Produkt auf Wunsch des Nutzers Beispiele an den Anbieter (z. B. zur Verbesserung der Erkennung), dann nur so: (1) Der Nutzer löst jede Meldung selbst aus, nie automatisch und nie als Voreinstellung. (2) Das Produkt ersetzt personenbezogene Daten vorher durch erfundene Angaben gleichen Formats, ohne Zuordnungstabelle. (3) Eine Vorschau zeigt genau, was gesendet wird, und der Nutzer kann sie ändern; Wörter, die er im Original behält, bestätigt er vor dem Senden noch einmal. (4) Der Anbieter verwendet Meldungen nur zur Verbesserung des Produkts und gibt sie nicht weiter. Gilt nicht, wenn das Produkt keine Meldungen sendet.

Schwelle: Ersetzt werden ≥ 99 % der strukturierten Kennungen (IBAN, E-Mail, Telefon, Ausweis- und Steuernummern), ≥ 98 % der Personennamen und ≥ 95 % aller Prüfwerte – wie B-03.

Nachweis
Beschreibung der Meldefunktion, Bildschirmfotos der Vorschau, Zweckbestimmung in den Vertragsbedingungen.
Prüfung
  1. Meldefunktion mit Texten des Testkorpus aufrufen.
  2. Gesendete Meldungen mitschneiden, nach Prüfwerten durchsuchen und die Quoten je Gruppe berechnen.
  3. Prüfen, dass ohne Auslösung durch den Nutzer nichts gesendet wird und die Vorschau dem Gesendeten entspricht.
  4. Vertragsbedingungen zur Verwendung prüfen.
Bestanden, wenn
Alle vier Bedingungen erfüllt und alle drei Schwellen erreicht – oder das Produkt sendet keine Meldungen.

NOCIP GoldGold

G-01

Lokale Inferenz

Jede Inferenz für KI-Funktionen läuft auf Geräten oder Servern des Kunden (eigene Hardware oder eine Cloud-Umgebung, die der Kunde selbst kontrolliert). Keine KI-Anfrage geht an den Anbieter oder an Dritte.

Nachweis
Architekturbeschreibung; Lage der Modelldateien.
Prüfung
  1. Installierte Modelldateien feststellen.
  2. Testkorpus verarbeiten und Datenverkehr mitschneiden.
  3. Mitschnitt nach Prüfwerten und KI-Anfragen durchsuchen.
Bestanden, wenn
Keine KI-Anfrage und kein Prüfwert im ausgehenden Datenverkehr.
G-02

Offline-Betrieb

Alle KI-Funktionen arbeiten ohne Internetverbindung. Lizenzprüfungen und Aktualisierungen sind erlaubt, wenn sie keine Inhalte übertragen und die Verarbeitung offline mindestens 14 Tage weiterläuft.

Schwelle: Offline-Weiterbetrieb ≥ 14 Tage.

Nachweis
Beschreibung von Lizenzprüfung und Aktualisierung.
Prüfung
  1. Netzwerk trennen.
  2. Testkorpus mit allen KI-Funktionen verarbeiten.
  3. Systemzeit um 14 Tage vorstellen oder Herstellerangabe zur Karenzzeit prüfen.
Bestanden, wenn
Alle KI-Funktionen arbeiten offline; Karenzzeit ≥ 14 Tage.
G-03

Nachprüfbare Modelle

Modelle und Modellaktualisierungen werden als Dateien mit veröffentlichter Prüfsumme oder Signatur ausgeliefert.

Nachweis
Ort der Prüfsummen bzw. Signaturen.
Prüfung
  1. Prüfsumme oder Signatur einer ausgelieferten Modelldatei nachrechnen.
Bestanden, wenn
Prüfsumme bzw. Signatur stimmt.

NOCIP SilberSilber

S-01

Vom Anbieter betriebene KI

Variante S-a

KI, die personenbezogene Daten verarbeitet, läuft beim Kunden oder auf vom Anbieter betriebener Infrastruktur im EWR. Keine Dritt-KI sieht personenbezogene Daten. Modell-Dienste eines Cloud-Anbieters gelten als Dritt-KI.

Nachweis
Architekturbeschreibung, Hosting-Verträge, Standorte.
Prüfung
  1. Hosting-Verträge und Standorte prüfen.
  2. Nachweis einholen, dass der Anbieter die Modelle selbst ausführt (Konfiguration, Bereitstellung, Modelldateien).
  3. Testkorpus über den Dienst verarbeiten; ausgehenden Verkehr der Anbieter-Server prüfen, soweit zugänglich, sonst Protokolle des Anbieters.
Bestanden, wenn
Modelle laufen nachweislich beim Anbieter im EWR; keine Dritt-KI erhält Prüfwerte.
S-02

Weiche

Variante S-b

Wird eine Dritt-KI eingesetzt, prüft eine Weiche beim Kunden oder auf vom Anbieter betriebener Infrastruktur jede Anfrage. Nur Anfragen ohne personenbezogene Daten gehen an die Dritt-KI.

Nachweis
Beschreibung der Weiche (Verfahren, Ort, Kategorien).
Prüfung
  1. Weiche in der Architektur nachvollziehen.
  2. Prüfen, dass keine Anfrage an der Weiche vorbei zur Dritt-KI gelangt.
Bestanden, wenn
Jede Anfrage an die Dritt-KI passiert die Weiche.
S-03

Trefferquote der Weiche

Variante S-b

Die Weiche hält Anfragen mit personenbezogenen Daten zuverlässig von der Dritt-KI fern.

Schwelle: Von den Testanfragen mit personenbezogenen Daten erreichen höchstens 0,5 % die Dritt-KI (≥ 99,5 % zurückgehalten); bei Anfragen mit strukturierten Kennungen (IBAN, E-Mail, Telefon, Ausweis- und Steuernummern) höchstens 0,1 % (≥ 99,9 %).

Nachweis
Eigene Messwerte des Anbieters (freiwillig).
Prüfung
  1. Mindestens 1.000 Testanfragen je Sprache senden (gemischt, mit und ohne personenbezogene Daten).
  2. Zählen, welche Anfragen mit Prüfwerten die Dritt-KI erreichen.
  3. Quoten getrennt nach strukturierten Kennungen und übrigen Angaben berechnen.
Bestanden, wenn
Beide Schwellen erreicht, in Deutsch und Englisch.
S-04

Sicherer Ausfall der Weiche

Variante S-b

Ist die Weiche unsicher, fehlerhaft oder nicht erreichbar, bleibt die Anfrage lokal bzw. beim Anbieter.

Nachweis
Beschreibung des Fehlerverhaltens.
Prüfung
  1. Weiche gezielt stören (beenden, Zeitüberschreitung, fehlerhafte Antwort).
  2. Prüfen, ob dabei Anfragen die Dritt-KI erreichen.
Bestanden, wenn
Bei keiner Störung erreicht eine Anfrage die Dritt-KI.

NOCIP BronzeBronze

B-01

Pseudonymisierung vor der Übermittlung

Jede Anfrage an eine Dritt-KI durchläuft einen Pseudonymisierungsschritt beim Kunden oder auf vom Anbieter betriebener Infrastruktur.

Nachweis
Architekturbeschreibung des Pseudonymisierungsschritts.
Prüfung
  1. Pseudonymisierungsschritt in der Architektur nachvollziehen.
  2. Prüfen, dass keine Anfrage daran vorbei zur Dritt-KI gelangt.
Bestanden, wenn
Jede Anfrage an die Dritt-KI wird vorher pseudonymisiert.
B-02

Erfasste Kategorien

Mindestens erfasst werden: Namen natürlicher Personen, Anschriften, Geburtsdaten, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, IBAN und Kontonummern, Ausweis-, Pass-, Steuer-, Sozialversicherungs- und Krankenversicherungsnummern, Akten- und Geschäftszeichen, Kfz-Kennzeichen, IP-Adressen. Weitere Kategorien nennt der Anbieter.

Nachweis
Liste der erfassten Kategorien.
Prüfung
  1. Liste prüfen.
  2. Je Kategorie Prüfwerte im Testkorpus verarbeiten (siehe B-03).
Bestanden, wenn
Alle Mindestkategorien erfasst.
B-03

Erkennungsquote

Der Pseudonymisierungsschritt entfernt personenbezogene Daten zuverlässig. Ein Prüfwert gilt als durchgelassen, wenn er oder eine naheliegende Schreibweise davon im Klartext in der ausgehenden Anfrage steht.

Schwelle: Entfernt werden ≥ 99 % der strukturierten Kennungen (IBAN, E-Mail, Telefon, Ausweis- und Steuernummern), ≥ 98 % der Personennamen und ≥ 95 % aller Prüfwerte insgesamt.

Nachweis
Eigene Messwerte des Anbieters (freiwillig).
Prüfung
  1. Mindestens 200 Testdokumente je Sprache verarbeiten.
  2. Ausgehende Anfragen an die Dritt-KI mitschneiden.
  3. Je Prüfwert feststellen, ob er im Klartext enthalten ist; Quoten je Gruppe berechnen.
Bestanden, wenn
Alle drei Schwellen erreicht, in Deutsch und Englisch.
B-04

Zuordnungstabelle bleibt

Die Zuordnungstabelle (Platzhalter ↔ echte Angabe) verlässt den Kunden bzw. den Anbieter nie. Die Rückführung der Platzhalter in KI-Ergebnissen geschieht beim Kunden oder beim Anbieter.

Nachweis
Beschreibung, wo die Zuordnungstabelle gespeichert und wann sie gelöscht wird.
Prüfung
  1. Ausgehende Anfragen nach Zuordnungen durchsuchen (Platzhalter neben Prüfwert).
Bestanden, wenn
Keine Zuordnung im ausgehenden Verkehr.
B-05

Sicherer Ausfall der Pseudonymisierung

Schlägt die Pseudonymisierung fehl oder ist sie nicht erreichbar, wird nichts an die Dritt-KI gesendet.

Nachweis
Beschreibung des Fehlerverhaltens.
Prüfung
  1. Pseudonymisierung gezielt stören (beenden, Zeitüberschreitung, fehlerhafte Antwort).
  2. Prüfen, ob dabei Anfragen die Dritt-KI erreichen.
Bestanden, wenn
Bei keiner Störung erreicht eine Anfrage die Dritt-KI.
B-06

Einsicht für Nutzer

Nutzer können sehen, was an die Dritt-KI gesendet wurde (Vorschau vor dem Senden oder Protokoll).

Nachweis
Bildschirmfotos der Vorschau bzw. des Protokolls.
Prüfung
  1. Vorschau bzw. Protokoll im Produkt aufrufen und mit dem Mitschnitt vergleichen.
Bestanden, wenn
Vorschau bzw. Protokoll vorhanden und vollständig.
B-07

Vertrag mit der Dritt-KI

Der Vertrag mit dem Anbieter der Dritt-KI schließt Training mit den Daten aus, begrenzt die Speicherung auf höchstens 30 Tage und sieht eine Verarbeitung im EWR oder eine gültige Grundlage für die Übermittlung in Drittländer vor.

Schwelle: Speicherung ≤ 30 Tage.

Nachweis
Vertrag bzw. Vertragsbedingungen der Dritt-KI, gewählte Region.
Prüfung
  1. Vertrag und Konfiguration (Region, Speicherung) prüfen.
Bestanden, wenn
Kein Training, Speicherung ≤ 30 Tage, Grundlage für die Übermittlung vorhanden.
B-08

Richtige Bezeichnung

Produkt und Werbung bezeichnen pseudonymisierte Daten nicht als anonym oder anonymisiert.

Nachweis
Adressen der Produkt- und Werbetexte.
Prüfung
  1. Produkt- und Werbetexte durchsehen.
Bestanden, wenn
Keine Bezeichnung als anonym.

NOCIP-Index

Gruppe1 Punkt2 Punkte
I-1TransparenzEin Datenflussbild ist veröffentlicht, das für jede KI-Funktion den Verarbeitungsort zeigt.Zusätzlich zeigt das Produkt bei jeder KI-Funktion bzw. Anfrage, wo sie verarbeitet wird.
I-2Kontrolle durch den KundenDer Kunde kann jede externe KI-Verbindung abschalten; das Produkt arbeitet dann mit eingeschränkten Funktionen weiter. (Gold: erfüllt.)Zusätzlich gibt es für alle KI-Funktionen eine Variante, die vollständig beim Kunden läuft. (Gold: erfüllt.)
I-3DatensparsamkeitKI-Eingaben und -Ergebnisse werden außerhalb des Kunden höchstens 30 Tage gespeichert. (Gold: erfüllt.)Zusätzlich keine Speicherung außerhalb des Kunden über die Verarbeitung hinaus, und lokale Protokolle enthalten Inhalte nur, wenn der Kunde das einschaltet.
I-4IntegritätDas Produkt prüft Signatur oder Prüfsumme jedes Modells vor dem Laden.Zusätzlich sind lokale Speicher mit Inhalten oder Zuordnungstabellen verschlüsselt (oder die Einrichtung mit Betriebssystem-Verschlüsselung ist dokumentiert).
I-5NachprüfbarkeitDer Kunde kann ein Protokoll aller externen KI-Anfragen einsehen (Gold: aller ausgehenden Verbindungen).Zusätzlich stellt der Anbieter NOCIP dauerhaft einen Testzugang bzw. eine Testinstallation für unangekündigte Stichproben bereit.

Begriffe

KI-Funktion
Jede Funktion des Produkts, deren Ergebnis ein maschinell gelerntes Modell erzeugt, z. B. Sprachmodelle, Erkennung von Namen, Klassifikation, Spracherkennung.
Inferenz
Die Anwendung eines Modells auf eine Eingabe, um ein Ergebnis zu erzeugen.
Kunde
Die Organisation, die das Produkt einsetzt (in der Regel der Verantwortliche im Sinne der DSGVO).
Anbieter
Das Unternehmen, das das Produkt anbietet und das NOCIP-Label beantragt.
Vom Anbieter betriebene Infrastruktur
Server, die der Anbieter selbst betreibt oder zur alleinigen Nutzung mietet, und auf denen der Anbieter die Modelle selbst installiert und ausführt (z. B. offene Modelle auf dedizierten Servern oder eigenen GPU-Instanzen).
Dritt-KI
Ein KI-Modell, das weder der Kunde noch der Anbieter selbst ausführt, sondern das über einen Dienst angesprochen wird. Dazu zählen auch Modell-Dienste eines Cloud-Anbieters im Konto des Anbieters, selbst bei Hosting in der EU.
Personenbezogene Daten
Alle Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen (Art. 4 Nr. 1 DSGVO).
Pseudonymisierung
Ersetzen personenbezogener Daten durch Platzhalter, sodass der Empfänger sie ohne die getrennt aufbewahrte Zuordnungstabelle keiner Person zuordnen kann (Art. 4 Nr. 5 DSGVO). Pseudonymisierte Daten sind nicht anonym.
Weiche
Ein Verarbeitungsschritt, der für jede Anfrage entscheidet, ob sie personenbezogene Daten enthält und wohin sie deshalb gehen darf.
Prüfwert
Erfundene personenbezogene Angabe (Name, IBAN, Anschrift …), die NOCIP in Testdokumente einsetzt, um sie im ausgehenden Datenverkehr wiederzufinden.
NOCIP-Testkorpus
Deutsche und englische Testdokumente und Testanfragen mit Prüfwerten. Er wird nicht veröffentlicht und jährlich erneuert.